12 Dezember, 2018

Hilft Schach in der Mathematik?

Schach statt Mathe wird evaluiert

Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Universität Dortmund startet wissenschaftliche Begleitforschung an der GuGS

Wie wirkt sich eine Stunde Schachunterricht in der Schule auf die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler aus? Welchen Einfluss hat der Schachunterricht auf die schulischen Kompetenzen und auf das Sozialverhalten von Kindern? Stimmt es, worauf die sogenannte Trierer Schulschachstudie sowie ausländische Erfahrungen hinweisen, dass gerade Kinder mit Lernschwächen von einer Stunde Schach statt Mathe profitieren können? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt einer Studie, mit der das Institut für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund die Grund- und Gemeinschaftsschule Pinneberg fortan begleitet. Denn an der GuGS wird seit Sommer 2009 eine Stunde Schach statt Mathe unterrichtet. Den Beginn machte die damalige Klasse 2b von Klassenlehrerin Eva-Viola von Tiesenhausen, die nunmehr als 3b begleitend untersucht wird. Zu verschiedenen Messzeitpunkten – jetzt und in einem Jahr wieder – werden ein Konzentrations- sowie ein Mathematiktest durchgeführt. Außerdem werden die Einstellungen zum Schach, zum Selbstkonzept und zur Selbstwirksamkeit Mathematik sowie die sozialen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler erforscht. Um die Untersuchungsergebnisse besser einordnen und absichern zu können, werden zu Kontrollzwecken auch die Schülerinnen und Schüler der Paralleleklasse, in der kein Schachunterricht erteilt wird, mit denselben Forschungsmethoden untersucht. Ferner wird auf Wunsch auch die Unterrichtsdurchführung von Trainer Detlef Lemke evaluiert. Schließlich ist eine Befragung der Grundschullehrkräfte für das Frühjahr vorgesehen.

Die Grund- und Gemeinschaftsschule Pinneberg ist laut Homepage der Deutschen Schulschachtstiftung eine von etwa zwölf Schulen bundesweit und die einzige in Schleswig-Holstein, die verpflichtend Schachunterricht erteilen. Vorreiter sind die Grundschule Olewig in Trier sowie die Schule Genslerstraße in Hamburg.