Individualisiertes Lernen an der GuGs - Fördern und Fordern

Grundsätzliches

Im Vergleich zum „klassischen" Gymnasium wird jeder Schüler entsprechend seines Leistungsstandes-/vermögens unterrichtet. Ein schulischer Abstieg unter Wechsel der Schule und den damit verbundenen Frustrationen wird so vermieden.

Schüler einer Gemeinschaftsschule haben ein Jahr länger Zeit, die gymnasiale Oberstufe zu erreichen.

Insbesondere langsame, aber durchaus leistungsstarke Kinder sind in den letzten Jahren zur GuGs gekommen (z.T bereits in Klasse 5), da sie dem Tempo und Leistungsdruck des Gymnasiums nicht standgehalten haben. Z.T. zeigten sich körperliche Symptome und Schulverweigerungstendenzen. Wichtige Freizeitaktivitäten (Sport, Musikschule ...) wurden immer mehr eingeschränkt.

 

Auf der anderen Seite ist es für die Lehrkräfte der GuGs eine gewohnte Aufgabe, die Schüler auf anderem Wege auf die Oberstufe vorzubereiten. 25% unserer Schülerinnen und Schüler sind in den letzten Jahren durchschnittlich in die gymnasiale Oberstufe gewechselt, obwohl seit langem viele der HS-Empfohlenen unsere Schule besuchen. Integrierte Gesamtschulen belegen bereits seit Jahren, dass sich Leistung und integrierte Beschulung nicht ausschließen. Mittlerweile gibt es in Schleswig-Holstein kaum noch Gesamtschulen, die in die Bildungsgänge (wie Regionalschulen) nach außen differenzieren.

 

Neben den fachlichen Qualifikationen stehen an der GuGs viel stärker Schlüsselqualifikationen im Vordergrund, die die Wirtschaft von Schulabgängern erwartet . Neben den fachlichen Kernkompetenzen (Deutsch, Mathematik, grundlegende naturwissenschaftliche Fähigkeiten, Englisch, PC-Kenntnisse) sind dies:

  • Persönliche Kompetenzen (Zuverlässigkeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Ausdauer – Durchhaltevermögen, Belastbarkeit, Sorgfalt, Konzentrationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Kreativität, Flexibilität, Kritikfähigkeit)
  • Soziale Kompetenzen (Kooperationsbereitschaft – Teamfähigkeit, Freundlichkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz)

Gerade persönliche und soziale Kompetenzen finden in heterogenen Lerngruppen ohne einseitige Ausrichtung auf das Fachliche gute Gelingensbedingungen.

Individualisiertes Lernen in der Grundschule – Bewährtes wird fortgeführt

Die Gemeinschaftsschule ist eine logische und für uns selbstverständliche Fortführung der Grundschule. Von Klasse 1-4 werden Schülerinnen und Schüler mit all ihren Unterschieden gemeinsam unterrichtet. Erstaunlicherweise wird nicht hinterfragt, wie eine gemeinsame Beschulung gelingen kann, obwohl die unterschiedlichen Begabungen bereits beim Schuleintritt sehr ausgeprägt sind. Die Grundschule hat lange bewiesen, dass Schüler unterschiedlicher Begabungen sehr voneinander profitieren – die ersten vier Schuljahre beeinflussen maßgeblich die spätere Schulkarriere.

Nach dem Wechsel von Klasse vier nach fünf verliert das bisher Erlernte nicht an Wert – die Schüler sind immer noch dieselben. Einen Bruch gibt es an anderer Stelle. Zum einen müssen die Kinder bewährte und gewohnte Lerngruppen verlassen und sich neu orientieren. Zum anderen müssen sich Kinder, insbesondere beim Wechsel auf das Gymnasium, an einen anderen Unterrichtsstil gewöhnen.

An der GuGs bleibt weiterhin der Schüler im Mittelpunkt, nicht das Fach. In der Grundschule bewährte und erfolgreiche Unterrichtsmethoden werden aufgegriffen und weiterentwickelt.

Individualisiertes Lernen – gemeinsamer Unterricht mit Schülern aller Schulartempfehlungen

So unterschiedlich die Schüler sind, so vielfältig sind auch die Methoden. Eine einfache Antwort, die von allen erhofft wird, hat immer auch Auslese zur Folge. Begabungen in Teilbereichen würden nicht berücksichtigt.

Beispiel Mathematik: Ein Schüler, der große Schwächen im Bruchrechnen hat, kann sehr wohl besondere Stärken im Bereich Geometrie haben.

Beispiel Deutsch: Rechtschreibschwache Schüler sind häufig sehr wohl in der Lage, ausgezeichnete Texte, Interpretationen, Charakteristika, etc. zu schreiben.

Konkrete Maßnahmen

• Gezielte Diagnose zur Feststellung des Leistungsstandes und Überprüfung auch ohne andauernden Notendruck

• Offene Unterrichtsformen

  • Aufgaben zum Wiederholen, Üben und Vertiefen
  • Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit
  • Berücksichtigung individuellen Lern- und Arbeitstempos
  • Für leistungsstärkere Schüler: Lernen durch Lehren - Konzept zur Binnendifferenzierung
  • Eigenständige Entwicklung von Grammatikübungen oder Fragebogen zum Textverständnis
  • Lernzirkel
  • Sichern von Grundwissen
  • Eigenverantwortliches Lernen
  • Umgang mit Fehlern
  • Kumulatives Lernen
  • Offene Aufgabenstellungen
  • Freiarbeitsmaterialien

• Profilbildung ab Klasse 7 (Profilklassen ab Klasse 8), Spezialisierung nach Begabung (Sprache, NaWi, Fit fürs Leben, Gestalten)

• Bildung von Leistungsgruppen innerhalb einer Klasse

• Bei Bedarf: Ergänzungs- und Intensivierungsstunden (Differenzierung nach außen) Mathe macht stark, NZL, DAZ, Lernbüro, LRS ...

• Methodentraining in allen Jahrgängen

• Intensive Berufsorientierung

• Ergänzung der Profile durch ein umfangreiches Kursangebot

• Enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus